Nur eine einzige Kerze brennt noch. Drüber im Friedhof. Nur noch eine. Und ich sehe den Regen in den Pfützen. 'Da draußen ist sie verdammt.', denke ich mir. Und versuche meine Tränen zu unterdrücken. Wie gern würde ich raus laufen, sie suchen, bis ich sie tot oder lebendig in meinen Armen halte. Und jetzt sitze ich wieder hier. Und weine. Es scheint alles so aussichtlos. In meinen Gedanken fliegt ein Satz rum, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: 'Nichts ist, wie es scheint'. Aber sie ist weg. Ich sehe doch ihre Kratzer am Fensterbrett.

Ich bin ein kleines Kind, das sich an der Vergangenheit festklammert und sie auf keinen Fall los lassen will. Ich kann nichts damit anfangen, was mich erwartet und was neu ist. Ich will das alles beim Alten bleibt. Und trotzdem strebe ich so nach Veränderungen. Nach einem 'anders sein'. Könnte mich mal bitte jemand zwicken, damit ich wach werde, aus diesem gottverdammten Albtraum, der mich noch um bringt?!

Ich bin am Ende. Habe solche Angst. Vor mir selbst. Weil ich nicht weiß, was ich als nächstes tun werde. Würde am Liebsten laufen. So weit wie es geht. Ich habe solche Angst vor mir selbst. Ich kann mir selbst nicht mehr die Garantie geben, dass ich mir nicht selbst weh tun werde. Um ein bisschen mehr zu leiden. Ich habe solche Angst. Wo ist mein verdammter Ritter auf dem blöden weißen Gaul, der mich abholt, der mich befreit, von meinen Ängsten, von meinen Schmerzen, von meiner Vergangenheit?

16.9.08 23:06

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