Man darf nichts und niemanden mehr an sich ran lassen. Denn es tut so weh zu verlieren. Und jemanden zu verlieren, ist etwas, dass man nicht ersetzen kann. Das Leben zeigt mir mal wieder wie sinnlos es ist. Und dass es mich nicht braucht. Eins nach dem anderen kommt. Es wird immer schlimmer und schlimmer. Man sollte meinen, irgendwann geht es nicht mehr schlimmer. Aber nein. Genau dann kommt der letzt Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich will nicht mehr. Und ich kann nicht mehr. Ich bin immer für alle da, habe stets offene Ohren immer und überall, für jeden. Ich versuche immer ein guter Mensch zu sein. Jemand der mit sich klar kommt. Jemand der mit diesem gottverdammten Leben hier klar kommt. Ich strenge mich wirklich an. Doch es interessiert nicht wirklich jemanden. Alle sagen: 'Oh, Jessy. Das tut mir alles so schrecklich leid.'. Aber das macht es nicht besser. Mein eigenes Mitleid ist mir immer noch das Liebste. Ich brauche kein Mitleid. Es ist passiert. Niemand kann es mehr ändern. Und das ist es was mich so prägt. Ich brauche keine falsche Freundlichkeit, kein falschen Interesse. Ich brauche Dich nicht. Ich brauche niemanden. Niemanden. Nein, ich will niemanden brauchen. Jemanden brauchen heißt, jemanden lieben, vermissen, Gefühle zeigen, verletztbar gemacht werden. Ich will das alles nicht mehr. Ich will es nicht. 'Bist du überhaupt traurig?', hat meine kleine Schwester gefragt. 'Ja, natürlich.', sagte ich. 'Wieso weinst du dann nicht?'. Wieso ich nicht weine? Weil ich nicht vor Menschen weinen kann. Ich kann keine 'negativen' Gefühle zeigen. So bin ich eben. Wenn man es im richtigen Licht betrachtet, hat es sogar was positives. Ich will allein stark sein. Und ich weiß, dass ich es nicht kann. Weil ich den Boden unter mir brauche, um zu stehen. Aber ich wäre es gern. Um nicht abhängig zu sein. Ich bin etwas, was ich nicht will. Und das macht mich krank. Ich bin irgendwie so, wie ich niemals sein wollte. Ich brauche eine Schulter, an der ich mich anlehnen kann. Jemanden der mir sagt, dass alles gut wird. (Auch wenn ich es nicht glaube, weil es einfach nicht stimmt, aber ok.) Jemanden der mir genau so viel wieder gibt, wie ich selbst gebe. Der mir sagt 'Mensch, iss was. Du bist viel zu dünn.'. Aber ich will nicht. Essen ist irgendwie was schlechtes. Normalerweise ist Essen was tolles. Es ist was für die ganze Familie. Ich kenn das nicht. Das alle an einen Tisch sitzen und sich gegenseitig fragen, wie der Tag so war. Ich kenne dieses Interesse für einander nicht. Wie soll ich es dann an meine Kinder weiter geben? Ich merke slbst, dass ich ernsthafte Probleme habe. Aber ich brauche erstmal Zeit. Zeit um mich selbst zu wieder zu finden, Zeit mein Leben in den Griff zu bekommen, Zeit um wieder Spaß zu haben, Zeit um wieder genießen zu können, Zeit um wieder essen zu lernen. Ich brauche erstmal ganz viel Zeit für mich selbst. Und dann kann ich an meinen Problemen arbeiten, jedes Schritt für Schritt abbauen. Bis ich wieder glücklich bin. Bis ich gelernt habe das Leben wieder zu lieben und zu schätzen. Bis mich das nächste Problem heimgesucht hat und mich wieder runterreißt. In den Keller der Erinnerungen. Indem die Zeit stehen bleibt. Und dich alles einholt, was du eigentlich aus deinem Leben verbannt hast. Es kommt wieder. Es wiederholt sich wieder. Immer und immer wieder.

Das Leben ist doch wirklich eine kleine verfickte Drecksau, nicht wahr?

16.9.08 23:05

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