Ich könnte vor dir stehen, so zerbrechlich wie ich bin, so knochig wie ich bin, so klein und unscheinbar wie ich bin, mit der Rasierklinge in der rechten Hand.

Ich könnte anfangen zu heulen, zu schluchzen, anfangen zu ritzen.

Ich könnte in die kalte, dunkle Nacht hineinschreien, wie sehr ich dich liebe. Wie sehr ich dich brauche.

Und du würdest dich einfach um drehen und gehen.

Mich allein dort stehen lassen.

In der Pfütze meiner Tränen und meines Bluts.

16.9.08 23:05, kommentieren

Die schwarzen Tränen wische ich mir aus dem Gesicht. Das Kissen ist auch schon ganz mit schwarzer Schminke beschmutzt. Ich suche nach dem Sinn des Lebens. Frage mich zum hundertsten Mal, worin er steckt, ob es ihn überhaupt gibt. Frage mich, was ich in diesem verdammten Leben noch verloren habe, das mir nichts bringt aus Schmerz und Enttäuschung. Ich bin am Ende. Ich höre das Geräusch ihrer Krallen noch, die versuchten sich am Fensterbrett fest zu klammern. Den Schrei, den sie von sich lies, als die kalte, schwarze Nacht sie mir weg nahm. Einfach so. Den Aufprall im Gebüsch. Ich sehe sie noch vor mir. Das kleine lebenslustige, stets fröhliche Kätzchen. Dann rutschte es weg. In die dunkle Tiefe. Sie wird nicht mehr kommen. Nein, dass wird sie nicht. Ich würde alles geben um sie wieder bei mir zu haben. Dieses kleine liebenswerte Ding, das einem den Tag ausstehlicher macht. Ich suche draußen verzweifelt nach ihr. Sie ist nicht hier. Und ich nicht dort. Und am Liebsten würde ich mir das Messer in die Brust rammen, weil ich Schuld bin. Der Schmerz wäre der Gleiche. Irgendwann werde ich sie vergessen. Aber der unerträgliche Schmerz wird immer bleiben. Weil das Schmerzen so an sich haben.

16.9.08 23:05, kommentieren

Ich stehe vor dir, ganz zerbrechlich, und seusele dir ins Ohr, dass ich dich liebe.

Und du?! Du drehst dich um und gehst.

Und hast mich wieder verletzt.

Indem du nichts getan hast.

16.9.08 23:04, kommentieren

'Jessy, die Katze hat mich gebissen. Die mag mich nicht mehr.'

'Nein, die mag dich. Katzen beißen aus Liebe.', sagte ich, um sie zu trösten.

Und dachte 'Mh, wir Menschen machen es nicht viel anders'.

16.9.08 23:04, kommentieren

Meine Augen sind so ausgetrocknet, vom vielen heulen, dass ich glaube, dass sie eines Tages einfach zerbröckeln oder wie Staub zerfallen werden. Ich glaube? Nein, ich weiß es. Manchmal ist alles so schön und toll. Und kaum freut man sich ein bisschen, kommen wieder beschissene Tage. An denen man am Liebsten seine Pulsadern aufschneiden würde um wahrzunehmen, dass man doch nicht ganz leer ist und dass man durchaus etwas schaffen und zu Ende bringen kann. Oder mit dem Föhn duschen gehen. In der Badewanne ertrinken, eine Überdosis Schlaftabletten zu schlucken, vom Fenster springen, die Hand in den Toaster stecken, sich von einem Auto überfahren lassen. Nur um Ruhe vor sich selbst zu haben, und um von niemand anderen mehr verletzt zu werden, um den endgültigen und letzten Schmerz, der einen von diesem verdammten Leben erlöst, zu spüren und endlich seine Augen für immer zu schließen.

Ich glaube, ich werde einmal gerne sterben. Ich denke mir liegt das.

1 Kommentar 16.9.08 23:04, kommentieren

'Entschuldigung, haben Sie vielleicht mein Leben gesehen? Es muss mir irgendwie abhaben gekommen sein.'

'Nein, tut mir leid. Aber ansonsten haben Sie noch alles?'

'Nein, nicht ganz. Mein Herz und mein Verstand sind auch spurlos verschwunden. Aber warten Sie mal..ach hier ist es ja:
Mein Leben ist bloß gerade an mir vorbei gezogen/gerast und hat ganz vergessen sich zu verabschieden, wie unhöflich, nicht wahr?'

16.9.08 23:04, kommentieren

Ach, hätten meine Augen nur deine nie gesehen. Hätte mein Verstand nur erkannt, dass du nur einer von vielen bist. Hätte mein Herz nur einmal seine verdammte Klappe gehalten. Dann würde es mir jetzt besser gehen. Aber meine Augen haben deine gesehen. Und mein Verstand hat nicht erkannt, dass du nur einer von vielen bist. Und mein Herz? Das hat seine verdammte Klappe nicht halten können. Aber es ist, wie es ist. Und am Liebsten würde ich dich wegsperren, damit ich dich nie wieder sehen muss. Und mein Herz würde ich mit einem Hammer zerschlagen, dass es endlich seine verdammte Klappe hält. Und mein Verstand? Den habe ich verloren, als meine Augen deine sahen und mein Herz seine verdammte Klappe nicht halten konnte.

16.9.08 23:03, kommentieren