...Ich fühle mich so wohl. In seinen Armen. In seinen rundum tattoowierten und starken Armen. Sein ganzer Körper ist voll davon. Das liebe ich an ihm noch mehr. Wie er mich hält. So stark. Er wärmt mich einfach, indem er mich ansieht. Indem er mich in seinen Armen hält. Die Welt kommt mir aufeinmal so bunt vor. Obwohl unsere Welten beide schwarzweiß sind, sehe ich plötzlich alles in Farbe. Dank ihm. Ich liebe es, wenn der Qualm seiner Zigarette in meine Nase steigt. Ich bin süchtig danach. Süchtig nach ihm. Ich brauche seine Nähe. Sein Lachen. Seine Wörter, die Sätze sinnlos in die Länge ziehen, die ich gleichzeitig doch so liebe. Wenn er jetzt hier wäre, würde er bestimmt 'Dude' sagen. Mein Lieblingswort. Er ist der Kerl, der mich zum Lachen bringt. Ich sehe ihn und will einfach nur weinen. Vor Glück. ...

Aber die Realität hat mir mal wieder einen Strich durch die Rechung gemacht. Durch meine Tagträumereien, in denen ich völlig weg trette. Die ich in letzter Zeit immer öfter habe. Ich sehne mich einfach so nach ihm. Vielleicht nicht nach ihm. Sondern einfach nur nach ein bisschen Liebe, ein bisschen Toleranz und ein bisschen körperliche Wärme.

Hört ihr denn alle nicht meinen Schrei? Nach lieben? Nach leben? Nach atmen? Nach Zufriedenheit? Nach verdammter Wärme? Weil mir so unbeschreiblich kalt ist, dass ich nicht in den Tränen ertrinke, die ich geweint habe. Sondern am Boden fest friere und nicht mehr weg komme. Ich bin so kalt. So eiskalt.

16.9.08 23:07, kommentieren

Verdammt, lass mich los. Lass mich laufen. In das Unglück. In mein Unglück. Lass mich einfach los. Jetzt hältst du mich und hinderst mich am gehen. 'Jetzt' ist aber zu spät. Du konntest gar nicht weit genug von mir weg kommen. Und jetzt klebst du an mir wie eine Klette. Lass mich laufen, wohin ich will. Lass mich im Stich. Ich bin es schon gewöhnt. Lass mich laufen, so weit mich meine verdammten Beine nur tragen. Lass mich in Ruhe. Lass mich los. Hör auf an mir rum zu zerren. Du kannst es nicht mehr ändern. Es ist wie es ist. Lass mich ins Messer laufen. Es ist mein Pech. Und nicht deins. Es ist meine Entscheidung. Und wenn du mich lieben würdest und wenn ich dir so wichtig wäre, wie du immer sagst. Dann akzeptierst du es. Dann lässt du mich laufen. Damit ich ich sein kann. Damit ich wieder klar komme. Ich werde wieder zurück kommen. Ganz bestimmt. Ich gebe doch nicht einen Menschen auf, der mich liebt, so wie du es tust. Und jetzt lass mich einfach los. Wenn es dir noch so schwer fällt. Lass los. Gut so. Ich komme wieder, dass musste ich dir doch noch versprechen, bevor ich gehe. Und du weißt, dass ich meine Versprechen halte.

Doch dieses Mal werde ich eine Ausnahme machen. Danke für alles. Aber meinen Weg muss ich alleine gehen. Nein, ich komme nicht mehr.

Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

16.9.08 23:06, kommentieren

Siehst du das gebrochene Herz dort? Auf dem du rumtrampelst als wäre es eine Kakerlake.

Das kleine hässliche Herz da. Das, dass übersät mit Narben und Schrammen ist.

Das, dass kaum noch von alleine schlägt. Weil es schon so schwach ist.

Siehst du es?

Es ist meins. Es ist mein Herz.

Und ich Vollidiot habe es dir immer und immer wieder gegeben.

Ich dachte, du könntest die Narben heilen. Ich dachte, du könntest es wieder groß und schön machen.

Ich dachte, es könnte zusammen mit deinem schlagen. Dann wäre es nicht so allein.

Aber das hast du nicht. Du hast es nur noch mehr kaputt gemacht als es eh schon war.

16.9.08 23:06, kommentieren

Ich sitze nur noch hier, weil mich er noch nicht geholt hat. Ich warte schon lange. Und die Zeit will nicht rum gehen.

Ich warte auf ihn. Dass er mich holt.

Sag mir, wann kommst du mich holen, Todesengel?

Ich warte hier auf dich. Bewege mich nicht von der Stelle. Habe alles bereit, was ich mitnehmen möchte. Für meine Reise.

Ich habe so viele Fragen an dich.

Sag mir, wann du mich endlich holen kommst.

Damit ich weiß, wann sich mein Traum erfüllt.

16.9.08 23:06, kommentieren

Nur eine einzige Kerze brennt noch. Drüber im Friedhof. Nur noch eine. Und ich sehe den Regen in den Pfützen. 'Da draußen ist sie verdammt.', denke ich mir. Und versuche meine Tränen zu unterdrücken. Wie gern würde ich raus laufen, sie suchen, bis ich sie tot oder lebendig in meinen Armen halte. Und jetzt sitze ich wieder hier. Und weine. Es scheint alles so aussichtlos. In meinen Gedanken fliegt ein Satz rum, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: 'Nichts ist, wie es scheint'. Aber sie ist weg. Ich sehe doch ihre Kratzer am Fensterbrett.

Ich bin ein kleines Kind, das sich an der Vergangenheit festklammert und sie auf keinen Fall los lassen will. Ich kann nichts damit anfangen, was mich erwartet und was neu ist. Ich will das alles beim Alten bleibt. Und trotzdem strebe ich so nach Veränderungen. Nach einem 'anders sein'. Könnte mich mal bitte jemand zwicken, damit ich wach werde, aus diesem gottverdammten Albtraum, der mich noch um bringt?!

Ich bin am Ende. Habe solche Angst. Vor mir selbst. Weil ich nicht weiß, was ich als nächstes tun werde. Würde am Liebsten laufen. So weit wie es geht. Ich habe solche Angst vor mir selbst. Ich kann mir selbst nicht mehr die Garantie geben, dass ich mir nicht selbst weh tun werde. Um ein bisschen mehr zu leiden. Ich habe solche Angst. Wo ist mein verdammter Ritter auf dem blöden weißen Gaul, der mich abholt, der mich befreit, von meinen Ängsten, von meinen Schmerzen, von meiner Vergangenheit?

1 Kommentar 16.9.08 23:06, kommentieren

Nimm das Messer. Schlitze mich auf. Der Schmerz wird mir gut tun. Er ist mir schon vertraut.

Fertig bist du erst, wenn ich in meinem eigenen Blut ertrunken bin.

Und du vor mir stehst und sagst, dass du das alles nicht wolltest.

Aber ich wollte es so. So und nicht anders.

16.9.08 23:05, kommentieren

Man darf nichts und niemanden mehr an sich ran lassen. Denn es tut so weh zu verlieren. Und jemanden zu verlieren, ist etwas, dass man nicht ersetzen kann. Das Leben zeigt mir mal wieder wie sinnlos es ist. Und dass es mich nicht braucht. Eins nach dem anderen kommt. Es wird immer schlimmer und schlimmer. Man sollte meinen, irgendwann geht es nicht mehr schlimmer. Aber nein. Genau dann kommt der letzt Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt. Ich will nicht mehr. Und ich kann nicht mehr. Ich bin immer für alle da, habe stets offene Ohren immer und überall, für jeden. Ich versuche immer ein guter Mensch zu sein. Jemand der mit sich klar kommt. Jemand der mit diesem gottverdammten Leben hier klar kommt. Ich strenge mich wirklich an. Doch es interessiert nicht wirklich jemanden. Alle sagen: 'Oh, Jessy. Das tut mir alles so schrecklich leid.'. Aber das macht es nicht besser. Mein eigenes Mitleid ist mir immer noch das Liebste. Ich brauche kein Mitleid. Es ist passiert. Niemand kann es mehr ändern. Und das ist es was mich so prägt. Ich brauche keine falsche Freundlichkeit, kein falschen Interesse. Ich brauche Dich nicht. Ich brauche niemanden. Niemanden. Nein, ich will niemanden brauchen. Jemanden brauchen heißt, jemanden lieben, vermissen, Gefühle zeigen, verletztbar gemacht werden. Ich will das alles nicht mehr. Ich will es nicht. 'Bist du überhaupt traurig?', hat meine kleine Schwester gefragt. 'Ja, natürlich.', sagte ich. 'Wieso weinst du dann nicht?'. Wieso ich nicht weine? Weil ich nicht vor Menschen weinen kann. Ich kann keine 'negativen' Gefühle zeigen. So bin ich eben. Wenn man es im richtigen Licht betrachtet, hat es sogar was positives. Ich will allein stark sein. Und ich weiß, dass ich es nicht kann. Weil ich den Boden unter mir brauche, um zu stehen. Aber ich wäre es gern. Um nicht abhängig zu sein. Ich bin etwas, was ich nicht will. Und das macht mich krank. Ich bin irgendwie so, wie ich niemals sein wollte. Ich brauche eine Schulter, an der ich mich anlehnen kann. Jemanden der mir sagt, dass alles gut wird. (Auch wenn ich es nicht glaube, weil es einfach nicht stimmt, aber ok.) Jemanden der mir genau so viel wieder gibt, wie ich selbst gebe. Der mir sagt 'Mensch, iss was. Du bist viel zu dünn.'. Aber ich will nicht. Essen ist irgendwie was schlechtes. Normalerweise ist Essen was tolles. Es ist was für die ganze Familie. Ich kenn das nicht. Das alle an einen Tisch sitzen und sich gegenseitig fragen, wie der Tag so war. Ich kenne dieses Interesse für einander nicht. Wie soll ich es dann an meine Kinder weiter geben? Ich merke slbst, dass ich ernsthafte Probleme habe. Aber ich brauche erstmal Zeit. Zeit um mich selbst zu wieder zu finden, Zeit mein Leben in den Griff zu bekommen, Zeit um wieder Spaß zu haben, Zeit um wieder genießen zu können, Zeit um wieder essen zu lernen. Ich brauche erstmal ganz viel Zeit für mich selbst. Und dann kann ich an meinen Problemen arbeiten, jedes Schritt für Schritt abbauen. Bis ich wieder glücklich bin. Bis ich gelernt habe das Leben wieder zu lieben und zu schätzen. Bis mich das nächste Problem heimgesucht hat und mich wieder runterreißt. In den Keller der Erinnerungen. Indem die Zeit stehen bleibt. Und dich alles einholt, was du eigentlich aus deinem Leben verbannt hast. Es kommt wieder. Es wiederholt sich wieder. Immer und immer wieder.

Das Leben ist doch wirklich eine kleine verfickte Drecksau, nicht wahr?

16.9.08 23:05, kommentieren